byMarcel Schoepf date20.04.2021 nourish

Rhaya Jordan erklärt pflanzenbasierte Ernährung

Nach körperlichen Anstrengungen in freier Natur oder während tiefster Entspannung unterstützt die richtige Ernährung unseren Körper dabei wieder zu Kräften zu kommen. Beraten wurden wir von der renommierten Ernährungswissenschaftlerin Rhaya Jordan. Wir haben sie Zuhause in London besucht, um die Prinzipien der NOURISH Säule von Moving Mountains gemeinsam zu entwickeln, denn Moving Mountains basiert auf den stets neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Rhaya Jordan ist die ideale Partnerin an unserer Seite. Nachfolgend gewinnen Sie  interessante Erkenntnisse rund um die pflanzliche Ernährung.

Worin bestehen die Vorteile der pflanzlichen Ernährung?

Durch die Umstellung auf pflanzliche Ernährung verzichten wir zum Beispiel auf ballaststoffarme, kalorienreiche Zutaten und nehmen somit weniger ungesunde Speisen zu uns. So können Sie Ihre Ernährung zugunsten Ihrer Gesundheit verändern. Pflanzen selbst sind lebenswichtig für uns: Nährstoffe, Mineralien, Ballaststoffe und Polyphenole – die Argumente für eine pflanzenreiche Ernährung sind vielfältig.

Können Sie uns mehr über den Entstehungsprozess der Moving Mountains Menüs verraten?

Zunächst haben wir einen Blick auf das gesamte Projekt geworfen: Was waren die Bestrebungen? In welche Richtung wollte man sich entwickeln? Welche Ziele galten für die Speisen und welches Know-How war schon vorhanden? Unser Hauptziel bestand darin, darüber nachzudenken, wie sich unsere Gäste nach dem Essen fühlen. Wir wollten das Schweregefühl, das feines Essen verursachen kann, durch Leichtigkeit und viel Energie ersetzen, um für die vielen Aktivitäten in der umliegenden Natur vorbereitet zu sein. Daher richteten wir unseren Fokus auf Pflanzen und Einfachheit: Unsere Menüs sind rein pflanzlich. Dennoch stehen weiterhin Fleisch, Fisch und Käse bereit und lassen sich auf Wunsch der Gäste hinzufügen. Fermentierte Speisen und Suppen stehen ebenfalls auf dem Menü, dessen Reihenfolge die optimale Verdaulichkeit berücksichtigt.

Aufgrund aktuellen Covid-Situation ist das Arbeiten in unmittelbarer Nähe nur eingeschränkt möglich. Können Sie uns schildern, wie das Erstellen von Menüs – ein solch kreativer Prozess – ablief?

Oh, das war definitiv anders als sonst. Das Arbeiten mit Küchenchefs in der Küche ist normalerweise so wunderbar. Alles steht direkt vor dir und kleine Veränderungen lassen sich sofort umsetzen. Wegen Covid mussten wir alles in virtuellen Meetings besprechen und die Küchenchefs alleine experimentieren. Die pflanzenbasierte Zubereitung ist anspruchsvoll, da Milch und Eier Speisen viel Struktur verleihen. Es kann eine Weile dauern, geeignete Alternativen zu finden. Ich denke, für die Küchenchefs war es viel schwieriger als für mich, da wir zunächst Lösungen besprechen und sie dann experimentieren mussten. Wäre ich vor Ort gewesen, hätten wir gemeinsam ausprobieren können. Zudem ist ja klar, dass Köche in ihrer Küche kreativer als im Zoom-Meeting sind. Und ich wäre so gern in die Schweiz gereist!

Können Sie uns mehr über den Mythos erzählen, pflanzliche Ernährung wäre weniger schmackhaft und lecker?

Wie bei jeder anderen Küche, die sich in den falschen Händen befindet, können auch hier Gerichte langweilig und fad zubereitet werden. Manche Menschen sind in Familien aufgewachsen, in denen Pflanzen nie der Mittelpunkt der Mahlzeiten, sondern stets nur eine Beilage waren. Oft wird schlichtes Gemüse neben unglaublich leckerem Fleisch serviert. Wird jedoch die Aufmerksamkeit auf das Gemüse gelenkt, kann das Ergebnis fantastisch sein. Es bedarf aber Sorgfalt um die Köstlichkeit von Gemüse in Szene zu setzen. Meine Erfahrung in der Praxis zeigt, dass viele Menschen den Anspruch haben, von heute auf morgen anders zu kochen. Es braucht jedoch Zeit, ein Repertoire von pflanzenbasierten Lieblingsrezepten zu erstellen. Es dauert eine Weile, bis man einige Rezepte „im Schlaf“ beherrscht. Oft nehmen sich die Menschen nicht genügend Zeit, die für die pflanzliche Ernährung erforderlichen Kenntnisse aufzubauen und geben zu schnell auf.

Was ist Ihr absolutes Lieblingsgericht?

Oh nein, wie soll ich ein einziges auswählen?  Sie könnten genauso gut fragen, welches meiner Kinder ich am meisten liebe! Es gibt so viele Dinge, die ich liebe! Aber ich denke, wer saisonal isst, kann diese Frage nur schwer beantworten. Ich liebe Spargel, aber nicht mitten im Winter. Ich bin begeistert von Wassermelonen und Mangos, aber hier gilt das gleiche. Gehaltvolle Eintöpfe im Winter und Käse mag ich auch sehr gern. Wenn ich mich tatsächlich für ein absolutes Lieblingsgericht entscheiden muss – bei dem Gedanken bäumt sich alles in mir auf –, dann ist es überraschenderweise keine Pflanze, sondern ein enges Rennen zwischen rohen Austern und Jakobsmuscheln mit simpler Knoblauchbutter.

Bei Rhaya Jordan laufen unterschiedlichste wissenschaftliche Expertisen zusammen. Sie ist ausgebildete Naturheilpraktikerin, Ernährungswissenschaftlerin und Kräutkundlerin. An der Universität von Westminster war sie leitende Dozentin für Gesundheitswissenschaften. Dort unterrichtete sie ebenfalls Anatomie, Ernährung, Biochemie und Komplementärmedizin. Ihre Erfahrung basiert also auf verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und ermöglichte uns so unterschiedliche Perspektiven auf gesunde Ernährung. Alle Moving Mountains Gerichte bestehen auf pflanzlicher Basis, sind hochgradig nährstoffreich, leicht verträglich und inspiriert von den Schweizer Bergen: frisch, vollwertig, saisonal und lokal.