byJ Meinert date16.06.2021 move

Ganzheitliches Training mit Matt Gleed

Oft meint man, dass persönliches Training einfach bedeutet, es wird zugeschnitten auf das was man kann und erreichen möchte. Hinter einem personalisierten Training steht aber noch viel mehr. Mobilität, Agilität, Abwechslung, Balance, Ernährung und Motivation sind dabei integrale Bestandteile. Im Rahmen der Moving Mountains Säule Move, berät uns Matt dabei, personalisierte Trainings zu erstellen. Wir sind stolz ihn an unserer Seite zu haben. Er ist weltweit bekannt für die ganzheitliche Herangehensweise an seine Trainings und die Erfolge sprechen für sich. Von Hollywoodgrössen, über Fussballspieler bis hin zu Formel 1 Fahrern hat er sie alle trainiert und ihnen dazu verholfen ihre ganz individuellen Ziele zu erreichen. Wir haben mit Matt gesprochen, um herauszufinden, was personalisiertes Training wirklich bedeutet und wie man es in den eigenen Alltag einbauen kann.

Worum geht es beim personalisierten Training eigentlich?

Beim personalisierten Training steht die Person im Mittelpunkt. Es geht um die Ausgewogenheit zwischen dem individuellen Bewegungsspielraum und der geeigneten Dosis Intensität und Zuspruch in Form von Motivation und Unterstützung. Ich will fordern und gleichzeitig Sicherheit garantierten.  

Welches sind die 5 grössten Trainingsfehler, die man machen kann?

Unzählige Menschen haben Probleme, das rechte Mass an Intensität zu finden. Die einen überfordern ihren ermüdeten Körper,  die anderen sind nicht ausreichend auf die körperlichen Erfordernisse eines Workouts vorbereitet. Beides kann zu Fehlentwicklungen und Verletzungen führen. Ein weiterer Kardinalfehler ist die stetige Steigerung der Belastung bzw. die Überbeanspruchung des Körpers. Das bringt einen meist nicht weiter, denn um Ziele zu erreichen, muss man unterschiedliche Trainingsarten kombinieren. Man sollte nicht nur seine gewohnten Bewegungsabläufe intensivieren, sondern Beweglichkeit und Radius verbessern. Ein weiterer häufiger Fehler sind unstrukturierte Workouts. Das führt zu Konzentrationsverlust und schwacher Leistung.

Worauf achtest Du, wenn Du ein Workout für jemanden erstellst?

Mir ist wichtig, dass es ausgewogen ist. Ich nehme etwas vom Notwendigen, ein wenig vom Gewünschten und kombiniere das Ganze mit viel Unterstützung im Hinblick auf die Zielerreichung. Nach 20 Jahren Erfahrung würde ich sagen, meine Stärke besteht darin, dass ich ein besonders guter Zuhörer und Beobachter bin und dann angemessen reagiere. Die Praxis hat mir gezeigt, dass kleine Veränderungen von großem Nutzen sein können. Bei der Schulung der von mir betreuten Trainer vermittle ich Wissen wie etwa bedeutungsvolle Interaktionen („Meaningful Interactions“). Ich möchte, dass jeder Trainer sich seinen Vorstellungen entsprechend entwickelt. Ich halte mich also zurück und lasse sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Übungen und Trainingseinheiten machen, die wir erst im Nachhinein besprechen. Sie sollen sich später, wenn sie einen Athleten oder Kunden anleiten, an ihre eigenen Gefühle erinnern. Sie sind dann empathiefähiger und haben ein vertieftes Verständnis in Bezug auf die unterschiedlichen Methoden.

Spielt das Thema Ernährung bei der Zusammenstellung personalisierter Workouts eine Rolle?

Ernährung fördert das allgemeine Wohlbefinden und das ist ein wesentlicher Aspekt, um seinen Zielen näher zukommen. „Schlechte Ernährung kann man durch Training nicht wettmachen“. Hinter der klassischen Linie verbirgt sich so viel mehr. Wenn ich ein Workout zusammenstelle, geht es oft um Übungen und Intensität. Wenn du das Ganze aber in ein Programm einbaust, hat das eine enorme Bedeutung. Zum Trainieren braucht man Energie, zur Erholung viele Nährstoffe. Die richtige Ernährung wirkt sich darüber hinaus aber nicht nur positiv auf den Schlaf und die emotionale Ausgewogenheit aus, sondern auch auf weniger beachtete Faktoren wie Konzentration, Geist-Körper-Verbindung und Selbstvertrauen.   Ich bespreche mit meinen Kunden, auf welcher Sprosse der Leiter sie sich gerade befinden und wie sie optimale Ergebnisse erzielen können.

Worauf muss ich bei der Zusammenstellung meines eigenen Workouts für zuhause achten?

Fitnessstudios sind nicht die einzigen Orte, an denen Menschen trainieren. Zuhause ist einfach ein anderes Trainingsumfeld. Eine Runde zu laufen und sich dann mit 10 Minuten Yoga zuhause zu erholen ist ein fantastisches Training. Foam Rolling mit Faszienrollen, Massagegeräte, Bewegungsübungen und Aufwärmen am Studioboden vor der Trainingsstunde sind weitere hervorragende Angewohnheiten. Fit wird man durch unterschiedliche Trainingsformen. Heimtraining kann dabei eine zentrale Rolle spielen und für Ausgleich sorgen, eventuell auch die gesamte Umgebung. Ich empfehle, bei der Zielsetzung objektiv zu bleiben. Womöglich würdest du im Fitnessstudio oder durch zusätzliche Einheiten zuhause rascher ans Ziel kommen. Dank der digitalen Angebote hat man zahllose Möglichkeiten.

Wie hat Deine Laufbahn begonnen und was unterscheidet Dich von anderen Personal Trainern?

Ich war früher Fussball- und Tennisspieler und hatte viel vor. Mir wurde aber bald bewusst, dass mein Können letztlich nicht ausreichte und mir einige Eigenschaften fehlten. Ich gab mich aber nicht geschlagen und entdeckte andere Leidenschaften. Das brachte mich auf die Idee, meine Coaching-Kompetenzen mit meinem enormen Interesse für Fitness zu kombinieren. Ich habe Ausbildungen gemacht, mich weitergebildet und im Lauf der Jahre Anerkennung erhalten. Und dann haben sich Türen geöffnet. Viele Personal Trainer haben Kunden mit ähnlichen Zielen wie Gewichtsverlust, so etwa nach einer Geburt. Ich wollte aber alles lernen. Ich wollte mich mit allen Leuten unterhalten und sagen können „Damit kenne ich mich echt gut aus“ und „Okay, du könntest zum Beispiel dies oder jenes machen“. Ich wollte jungen aufstrebenden Athleten zu olympischen Ehren verhelfen und gleichzeitig Senioren betreuen, die auf ihre besten Zeiten zurückblicken. Obwohl das eine riesige Herausforderung war, habe ich dadurch im Lauf der Zeit fantastische Menschen kennengelernt. 

Wen hast Du denn schon trainiert? Wer war am interessantesten und/oder herausforderndsten?

Da habe ich eine lange Liste. Leider gibt es immer noch geltende Vertraulichkeitsvereinbarungen, aber es haben bereits einige Fussballmannschaften der Premier League wie Manchester City und Liverpool von meiner Erfahrung profitiert. Zu meinen Kunden zählen auch Formel-1-Teams und einzelne Spitzensportler, darunter Profitennisspieler und Olympiamedaillengewinner verschiedenster Disziplinen. Ich finde sie alle spannend und arbeite auch mit Hollywoodschauspielern und TV-Stars. Letztlich sind sie alle aber nur Menschen wie du und ich, die mehr aus sich machen wollen. Einige musste ich abweisen, weil sie sich dem Training nicht ernsthaft widmen und die Programme nicht durchziehen wollten. Da muss aber jeder durch. Ich kann Tipps geben und unterstützen, aber die Arbeit muss jeder selbst machen. Ich versuche, die Trainingseinheiten so zu gestalten, dass sie Spass machen und Abwechslung bringen. Die Kunden müssen aber Zeit investieren, sonst ist mir meine Zeit zu schade. Dann empfehle ich gerne einen anderen Trainer bzw. Coach, der vielleicht übernehmen möchte. Ich denke aber, dass man stets bekommt, was man verdient.